Norwich Terrier

Domenikus

   

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Welpenspielstunde


..den Hunden macht es sichtlich Spaß!
 

Durch einen qualifizierten Welpenspielkreis lernt ein junger Hund für sein Leben. Welpenspielkreise sind in der Vergangenheit wie Pilze aus dem Boden geschossen. Und ein schlecht geführter oder strukturierter Welpenspielkreis kann dem jungen Hund bleibenden Schaden zufügen.

Generell verfügt jedes Tier – und damit natürlich auch der Hund – über ein ausgeprägtes Misstrauen allem Fremden gegenüber. Diese Angst vor Ungewohntem und Neuem ist ein in den Genen verankerter Impuls zur Arterhaltung. In der freien Wildbahn ist es nämlich genau diese Angst, die Flucht- oder Angriffsimpulse auslöst und damit dem Überleben dient.

Stellen Sie sich vor ein wild lebender Wolf würde auf den Schuss eines Gewehres, der ihm neu ist, nicht mit Fluchtimpulsen reagieren. Er würde nicht überleben. Dass Tiere mit der Angst vor allem Fremden leben, ist also in der Natur so vorgesehen und Teil eines sinnvollen Überlebensinstinkts. Der Angst gegenüber steht die Neugier. Sie ist jedoch bei den Hunden wesentlich weniger stark ausgeprägt, so dass in fremden und ungewohnten Situationen die Angst immer überwiegen wird.

Jetzt muss es hingegen auch eine Zeit geben, in der der Hund sich an seine Umgebung gewöhnt. Denn sonst würde er ja auf alles, selbst auf seine Geschwister und Eltern, mit Angst reagieren. Zu diesem Zweck hat die Evolution die sog. Sozialisierungsphase vorgesehen. In dieser begrenzten Zeit überwiegt die Neugier die Angst. Die Tiere nähern sich neuen Dingen, untersuchen sie und gewöhnen sich an sie. Natürlich ist dieser Zeitraum nur begrenzt. Denken wir wieder an den wildlebenden Wolf. Nachdem er sich während der Sozialisierungsphase mit seiner Umgebung vertraut gemacht hat, muss er wieder zu dem misstrauischen Tier werden, dass alles Fremde scheut. Nur so kann er überleben. Würde die Sozialisierungsphase ewig währen, kämen uns – wie im Garten Eden – jeder Wolf und jeder Hund arglos und neugierig entgegen. Dies würde dem Überleben der Art sicherlich nicht dienlich sein.

Bei den Haushunden endet die Sozialisierungsphase je nach Rasse im Alter von drei bis fünf Monaten. Zum Zeitpunkt seiner Geburt verfügt ein Hund sofort über alle Gehirnzellen, die er jemals in seinem Leben besitzen wird. In den ersten 16 Wochen wächst darüber hinaus sein Gehirn bis nahezu auf die endgültige Größe. In dieser Zeit entwickeln sich keine zusätzlichen Gehirnzellen. Was in dieser Zeit jedoch etabliert werden kann – und zwar durch die Umwelt – sind die Verknüpfungen zwischen den Gehirnzellen. Diese Verknüpfungen sind nicht anderes als Lernprozesse. Der Hund lernt in dieser Zeit intensiv, Dinge mit Gefühlen zu verknüpfen. Zum Beispiel: Eine Fahrt im Auto bringt mich zum Wald, wo ein großer Spaziergang lockt. Oder: Kinder bringen Leckerchen und sind gehen lieb mit mir um. Dieser Zeitraum bietet sich für eine intensive Nutzung an. Natürlich kann auch ein alter Hund noch Neues lernen und an fremde Situationen gewöhnt werden. Es dauert nur einfach sehr viel länger, Verknüpfungen aufzubauen. Ersparen Sie also sich und Ihrem Hund unnötige Mühe und verschenken sie diesen so wichtigen Zeitraum nicht.

Nachdem nun geklärt wäre, aus welchen Gründen eine intensive Förderung und Sozialisation in den ersten Lebensmonaten wichtig ist, ist im Folgenden zu untersuchen, wie diese auszusehen hat. Tatsache ist, dass keine generelle Empfehlung gegeben werden kann. Dies ist abhängig vom Temperament, das auch innerhalb einer Rasse vollständig unterschiedlich ausfallen kann. Oft wird die Empfehlung gegeben, den jungen Hund einfach mit in das Einkaufszentrum, den Kirmeszug oder zum Bahnhof mitzunehmen. Einige Hunde sind so robust, dass sie diese Erfahrungen tolerieren. Es besteht bei solch intensiven Reizen jedoch auch die Gefahr, dass die Welpen mit Panik reagieren. Eine solche Verknüpfung, erworben in der sensiblen Sozialisierungsphase, ist nur schwer wieder zu löschen. Aus diesem Grund scheint es sinnvoll zu sein, Welpen behutsam aufzubauen. Hierzu ist der Besuch eines Welpenspielkreises sicherlich hervorragend geeignet.

Der Welpe sollte Gelegenheit haben verschiedene Dinge in einem sicheren Umfeld kennen zu lernen. Das Gelände sollte umzäunt Gelände sein und die Gestaltung sollte reizvoll sein und mit den üblichen Trainingsgeräten wie Reifen, Wippe, Tunnel und ähnlichem ausgestattet sein. Nach und Nach werden die Welpen an zusätzliche Umweltreize, wie z.B. ein vorbeifahrendes Fahrrad, Hupen und Klingeln etc. herangeführt.

Übungsleiter greifen, wenn nötig, aktiv in das Geschehen eingreift. Oftmals passiert es, dass kleinere Welpen mit noch unsicherer Körperhaltung von älteren Hunden tyrannisiert werden. Dies kann der Initiator für eine Meuteaggression sein, die bereits in den Anfängen kontrolliert werden will. Natürlich gehört das Spielen von Welpen untereinander dazu. Ebenfalls gehört es dazu, dass auch der eigene Welpe mal gejagt wird, aber auch mal Jäger ist. Wir reden hier also nicht von einer einzelnen Stunde, in der ein Welpe einige Male unterworfen wird. Bildet sich jedoch ein „Opfer“ in dem Welpenspielkreis heraus, muss der Übungsleiter eingreifen. Unter Umständen ist es sinnvoll, den Prügelknaben vorübergehend aus dem Welpenspielkreis zu entfernen und ihn mit sozial sicheren Althunden zusammenzubringen. So kann das Opfer Angst abbauen und eine sichere Körpersprache entwickeln. Kommt es danach wieder in den Welpenspielkreis zurück, wird es sich sicherer behaupten können.

Die Meuteaggression ist in den Instinkten unserer Hunde verankert und bereits bei den Wölfen zu finden. In guten Welpenspielkreisen werden die Welpen heute sogar nach ihrer Größe in zwei Gruppen getrennt: in Welpen kleiner und großer Rassen. In der Körpersprache unsichere Kleinhunde sind bevorzugte Opfer. Und was diese Opferrolle in der sensiblen Sozialisierungsphase bewirken kann, ist später nur schwer wieder zu reparieren. Unter Umständen geht man mit einem völlig verunsicherten und verängstigten Hund wieder nach Hause. Und das kann nicht der Sinn eines Welpenspielkreises ein. Hören Sie also von dem Übungsleiter die Worte: „Das machen die Hunde schon unter sich aus! Das wird der schon packen - da muss er halt durch!“ – dann empfiehlt es sich die Notbremse zu ziehen und den Welpenspielkreis zu verlassen, bevor er noch mehr Schaden anrichten kann. Aus dem gleichen Grund gehören in einen Welpenspielkreis ausschließlich Welpen. Das heißt: nur Tiere, bis maximal 18 Wochen. Mischt man Welpen und Junghunde wächst die Gefahr, dass die Welpen zum ständigen Opfer der halbstarken Rowdys werden.

Auch der bestens sozialisierte Welpe, der von klein auf an viele Situationen gewöhnt ist, benötigt ständiges Training. Ansonsten erhöht sich allmählich wieder die Gefahr von Angstreaktionen und Aggressionen. Die Toleranz der Umwelt gegenüber, die beim Welpen aufgebaut wurde, ist auch später sorgfältig zu erhalten. Ansonsten droht ein Verlust der sorgfältig erworbenen Fähigkeiten.